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Eine aktuelle UBA-Studie zeigt, dass die Mehrheit der Deutschen nachhaltiges Reisen wünscht, jedoch in der Praxis häufig anders handelt. Laut dem Nachfragemonitor „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“ gaben 67 Prozent der Befragten an, ökologische und soziale Nachhaltigkeit sei ihnen wichtig. Trotz dieser Ansichten hat sich der Anteil der Buchungen nachhaltiger Reiseangebote nur langsam erhöht, von sechs Prozent im Jahr 2019 auf etwa elf Prozent im Jahr 2023. Zudem fliegen immer mehr Deutsche, und die Flugreisen nehmen zu, was im Widerspruch zu den Wünschen nach mehr Nachhaltigkeit steht. Die Studie hebt hervor, dass Reisende oft andere Prioritäten setzen, wie Erholung und Abstand vom Alltag, was die Diskrepanz zwischen Haltung und Verhalten erklärt.
Ein jüngst veröffentlichter Bericht zeigt einen deutlichen Widerspruch zwischen den Wünschen der Deutschen hinsichtlich des nachhaltigen Reisens und dem tatsächlichen Verhalten der Reisenden. Während eine große Mehrheit der Bevölkerung umweltbewusst reisen möchte, sind die Handlungen häufig im Widerspruch zu diesen Wünschen. Die Analyse des Nachfragemonitors „Nachhaltigkeit bei Urlaubsreisen“ hat dies eindringlich dargelegt und verdeutlicht, dass trotz eines anhaltend steigenden Interesses an umweltfreundlichen Reisen, die Reisegewohnheiten der Deutschen kaum verändert haben.
Die wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Reiseoptionen
Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass über zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) angeben, dass ihnen ökologische oder soziale Nachhaltigkeit beim Reisen wichtig ist. Diese Zahl ist seit 2012 kontinuierlich gestiegen und spiegelt das wachsende Bewusstsein und die Verantwortung gegenüber der Umwelt wider. Dennoch zeigt sich, dass das tatsächliche Reiseverhalten nicht mit diesen Idealen übereinstimmt.
Der Anstieg von Buchungen mit Nachhaltigkeitskennzeichnungen
Ein positiver Aspekt des Berichts ist der Anstieg der Buchungen von Reiseangeboten, die mit Nachhaltigkeitskennzeichnungen versehen sind. Von 2019 bis 2023 hat sich dieser Anteil nahezu verdoppelt, von sechs Prozent auf fast elf Prozent. Dies zeigt, dass ein gewisses Interesse an nachhaltigen Optionen existiert, jedoch bleibt die Institutionalisierung dieser Praktiken im Reiseverhalten der Deutschen begrenzt.
Der Widerspruch zwischen Wunsch und Wirklichkeit beim Fliegen
Besonders auffällig ist, dass bei Flugreisen der Widerspruch zwischen den Wünschen der Reisenden und ihrem Verhalten deutlich wird. Trotz des zunehmenden Bewusstseins für umweltfreundliche Reisemethoden bevorzugen viele Urlauber weiterhin das Flugzeug als ihr Hauptverkehrsmittel. Dies ist besonders besorgniserregend, da der Luftverkehr als einer der umweltschädlichsten Transportmittel gilt.
Der Anstieg der klimafreundlichen Flugreisen
Die Studie zeigt einen Rekordanstieg bei Fern- und Auslandsreisen im Jahr 2024, was zu einem neuen Höchststand bei touristischen Verkehrsleistungen mit dem Flugzeug führt. Das Flugzeug bleibt nach wie vor das beliebteste Verkehrsmittel für Urlaubsreisen, sogar vor dem PKW. Diese Daten stellen die Ernsthaftigkeit der Situation in Frage und verdeutlichen die Kluft zwischen den äußeren Ansprüchen der Reisenden und ihrem tatsächlichen Handeln.
Die Ansprüche der Reisenden an ihren Urlaub
Der Grund für die Diskrepanz zwischen Wunsch und Verhalten wird von der UBA-Studie darin gesehen, dass die meisten Reisenden eine Vielzahl von Ansprüchen an ihren Urlaub stellen. Nachhaltigkeit ist oft nur einer dieser Wünsche. Wolfgang Günther, ein Tourismusexperte, erklärt, dass die Mehrheit der Deutschen reisen möchte, um dem Alltag zu entfliehen, sich zu erholen und Freude zu haben, nicht unbedingt, um ökologisch oder sozial verantwortlich zu handeln.
Das Bedürfnis nach Erholung und Freude im Vordergrund
Diese Erkenntnis lenkt den Fokus auf die psychologischen und emotionalen Bedürfnisse der Reisenden. Menschen suchen nach Erlebnissen, die Spaß machen und die ihnen helfen, Stress abzubauen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass kurzfristige Vergnügungen oft über die langfristigen Vorteile nachhaltigen Reiserverhaltens gestellt werden. Dies könnte erklären, warum die Nachfrage nach umweltfreundlichen Reisealternativen hinter den Erwartungen zurückbleibt, trotz der positiven Einstellung dazu.
Potential für Veränderungen in der Reisebranche
Die Studie zeigt jedoch auch, dass ein erhebliches Potential für Veränderungen im Reissetzungsverhalten vorhanden ist. Die Reisebranche hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie in der Lage ist, durch effektive Kommunikation neue Sehnsüchte zu wecken und alternative Reiseideen erfolgreich zu vermarkten. Die überwiegend positive Einstellung der Deutschen zu umwelt- und sozialverträglichem Reisen bietet der Branche die Gelegenheit, nachhaltig reizvolle Angebote zu entwickeln.
Die Herausforderung der Kommunikation
Einer der herausforderndsten Aspekte für die Branche ist es, wie die Reiseanbieter diese positive Einstellung in ein tatsächliches Kaufverhalten umwandeln können. Durch die Verbesserung der Kommunikation und das Anbieten von leicht zugänglichen Informationen über nachhaltige Reisemöglichkeiten können Anbieter das Bewusstsein für nachhaltiges Reisen steigern und möglicherweise die Kaufentscheidungen der Reisenden beeinflussen.
Die Verantwortung der Reisebranche
Insgesamt zeigt der Bericht, dass die Verantwortung für eine grundlegende Veränderung des Reiseverhaltens nicht allein bei den Reisenden liegt. Vielmehr ist die Reisebranche gefordert, geeignete Attraktionen und Angebote zu schaffen, die den natürlichen Lebensgrundlagen Rechnung tragen. Eine klare Kommunikation der Vorteile nachhaltiger Reisen könnte dazu beitragen, diese Produkte attraktiver zu gestalten.
Ein gemeinsames Ziel setzen
Eine Zusammenarbeit zwischen der Reisebranche und den Reisenden könnte zu einem umweltfreundlicheren Tourismus führen. Indem die Branche Anreize schafft und das Bewusstsein für die ökologischen und sozialen Vorteile des Reisens schärft, können sowohl Anbieter als auch Verbraucher die Ziele des nachhaltigen Reisens erreichen.
Fazit und Ausblick
Die Analyse des Reiseverhaltens in Deutschland zeigt, dass es nach wie vor eine Kluft zwischen den Wünschen der Menschen nach nachhaltigem Reisen und ihrem tatsächlichen Verhalten gibt. Die Reisebranche hat die Möglichkeit, diese Lücke zu schließen, indem sie auf die Bedürfnisse und Wünsche der Verbraucher eingeht. Letztendlich liegt es nicht nur an den Reisenden, sondern auch an der Branche, die Bedingungen für ein nachhaltigeres Reisen zu schaffen.
Für weitere Informationen über nachhaltiges Reisen und die neuesten Trends in der Reisebranche können Sie folgende Links besuchen:
- Bundestag Pressemitteilung
- Airliners.de über nachhaltige Reisen
- Reisen als bereicherndes Hobby
- Post-Corona Reisen
- HolidayCheck Studie
- Welt über nachhaltiges Reisen
- Technologie im Wandel
- Nachhaltiger Konsum
- Neues Hotelprojekt am Rhein
- Einflussreiche Reisetrends 2023

Nachhaltigkeit im Reiseverhalten der Deutschen
Es ist unbestreitbar, dass die Nachhaltigkeit bei der Reiseplanung für viele Deutsche eine zentrale Rolle spielt. Jüngsten Umfragen zufolge geben rund 67 Prozent der Befragten an, dass ihnen ökologische und soziale Aspekte beim Reisen wichtig sind. Dieser Trend zeigt einen kontinuierlichen Anstieg seit 2012.
Allerdings spiegelt sich dieser Wunsch nicht im tatsächlichen Reiseverhalten wider. Die Buchungen von nachhaltigen Reiseangeboten haben sich zwar verdoppelt, doch machten sie im Jahr 2023 nur 11 Prozent der Reisebuchungen aus. Ein großer Teil der Reisenden trifft ihre Entscheidung selten aufgrund von Nachhaltigkeitskriterien, vielmehr steht der Erholungsfaktor im Vordergrund.
Ein weiterer Aspekt, der den Widerspruch verstärkt, sind die Reiseentfernungen. Im Jahr 2023 legten Deutsche durchschnittlich 143 Kilometer pro Urlaubstag zurück, was den vorherigen Rekord von 2019 übertrifft. Diese Tendenz zeigt, dass trotz des Wunsches nach nachhaltigem Reisen, die Nachfrage nach fliegerischen Reisen ungebrochen bleibt, was die umweltbelastende Bilanz verschärft.
Experten, wie UBA-Präsident Dirk Messner, stellen klar, dass diese Diskrepanz zwischen Wunsch und Verhalten ein zentrales Problem darstellt. Die Unterschiede in den Erwartungen an Reisen sind vielschichtig, wobei nur wenige Reisende primär auf Nachhaltigkeit aus sind. Vielmehr suchen die meisten Menschen nach einer Möglichkeit, dem Alltag zu entfliehen und Erholung zu finden.
Die Reisebranche hat jedoch das Potenzial, diese Widersprüche anzugehen. Durch gezielte Kommunikation und attraktive Reiseangebote kann ein Umdenken stattfinden. Die fortlaufend positive Einstellung der Deutschen zu nachhaltigem Reisen bietet der Branche die Möglichkeit, neue Bedürfnisse zu wecken und somit alternative Reiseideen erfolgreich am Markt zu etablieren.
