Stellen Sie sich vor, Sie stehen um vier Uhr morgens am Flughafen, der Kaffee schmeckt nach Pappe, und irgendwo da draußen, hinter zwei Langstreckenflügen, liegt ein Land mit 332 Inseln, von denen nur etwa hundert überhaupt bewohnt sind. Klingt übertrieben? Ist es auch ein bisschen. Aber genau deshalb frage ich mich jedes Mal, wenn jemand „Fidschi" sagt, ob die Leute eigentlich wissen, worüber sie reden. Die meisten stellen sich einen einzigen Strand vor. In Wahrheit ist der Fidschi-Archipel ein Staat, der sich über ein Seegebiet erstreckt, das größer ist als Deutschland und Frankreich zusammen – nur dass zwischen den Inseln eben Wasser liegt und kein Autobahnnetz.

Ich habe vor ein paar Jahren angefangen, mich intensiver mit der Region zu beschäftigen, weil eine Freundin dort geheiratet hat und ich partout nicht wusste, wie ich da hinkommen sollte. Ehrlich gesagt: Ich hatte null Ahnung, wo genau Fidschi liegt. Ich hätte es irgendwo zwischen Tahiti und Samoa verortet. Falsch geraten, aber nicht katastrophal falsch. Genau diese Unsicherheit begegnet mir ständig, wenn Freunde fragen, ob sich die Reise lohnt. Deshalb hier der ehrliche Versuch, das Ganze einmal sortiert aufzuschreiben.

Wichtige Erkenntnisse

  • Fidschi ist ein Inselstaat in Ozeanien mit rund 330 Inseln, Hauptstadt ist Suva.
  • Von Europa aus sind Sie realistisch 24 bis 30 Stunden unterwegs, inklusive Umsteigen.
  • Ein Urlaub auf Fidschi ist nicht billig, aber auch nicht teurer als ein gutes Resort in der Karibik.
  • Die Amtssprachen sind Fidschianisch, Fiji-Hindi und Englisch.
  • Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und Oktober, also in der kühleren Trockenzeit.
  • Der Wechselkurs zum Fiji-Dollar macht lokales Essen und Taxis überraschend günstig.

Fidschi-Insel: Wo liegt das eigentlich genau?

Kurz und schmerzlos: mitten im Südpazifik, grob gesagt zwischen Hawaii und Neuseeland. Rund 1.770 Kilometer südlich von Fiji liegt Neuseeland, genauer gesagt die Nordinsel. Nach Hawaii sind es etwa 5.000 Kilometer in nordöstlicher Richtung. Und wenn Sie jetzt an eine Karte denken – die meisten Karten machen es sich zu einfach, weil sie den Pazifik zusammenquetschen.

Auf welchem Kontinent liegen die Fidschi-Inseln?

Die Antwort überrascht viele: Fidschi gehört zu Ozeanien, genauer zur Region Melanesien. Nicht zu Australien, auch wenn Australien geografisch der nächste große Nachbar mit ähnlicher Kultur ist. Die Einordnung „Kontinent" ist bei Inselstaaten im Pazifik ohnehin eine Krücke – Ozeanien ist kein Kontinent im geologischen Sinn, sondern eine kulturelle und geografische Sammelbezeichnung. Wer also in der Schule gelernt hat, Australien sei ein Kontinent, hat recht, aber Fidschi liegt eben nicht drauf.

Was mich an dieser Stelle immer wieder fasziniert: Der 180. Längengrad verläuft fast durch den Archipel. Das heißt, Fidschi liegt knapp westlich der Datumsgrenze – und hat sich bewusst dafür entschieden, nicht auf beiden Seiten derselben zu liegen. Sonst hätte das Land zwei verschiedene Wochentage gleichzeitig. Stattdessen gilt eine einheitliche Zeitzone, und der Jahreswechsel findet auf den Fidschi-Inseln tatsächlich als einer der ersten weltweit statt. Kein Witz: Während Sie in Deutschland noch beim Abendessen sitzen, stoßen die Menschen in Suva schon auf das neue Jahr an.

Wie heißt die Hauptstadt der Fidschi-Inseln?

Die Hauptstadt heißt Suva und liegt auf der größten Insel Viti Levu. Rund 90.000 Menschen leben dort, was Suva zur größten Stadt des Landes macht. Interessant für Reisende: Der internationale Flughafen steht nicht in Suva, sondern in Nadi auf der Westseite derselben Insel. Etwa drei Stunden Fahrt liegen dazwischen. Wer plant, von Nadi direkt weiter zu einer der kleinen Inseln zu springen, sollte diesen Umweg einplanen – ich habe das beim ersten Mal komplett unterschätzt und stand dann morgens um halb sechs am Busterminal.

Wie lange fliegt man auf die Fidschi-Inseln?

Rechnen Sie mit einem ganzen Reisetag. Oder anderthalb. Direktflüge aus Europa gibt es nicht, und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Die realistische Verbindung führt über einen der großen Hubs im asiatisch-pazifischen Raum.

Wie lange fliegt man auf die Fidschi-Inseln?

Typische Routen und ihre Flugzeiten

  • Über Hongkong oder Singapur nach Nadi: etwa 11 bis 13 Stunden für die letzte Etappe, plus 10 bis 12 Stunden für den Flug von Europa nach Asien.
  • Über Seoul: ähnlich, oft mit angenehmen Umsteigezeiten.
  • Über Auckland oder Sydney: die letzte Etappe dauert dann nur noch drei bis vier Stunden, dafür verlängert sich der Weg über Europa deutlich.
  • Über Los Angeles: möglich, aber nur, wenn Sie sowieso in den USA sind. Von dort etwa 10 Stunden.

In Summe sind Sie also 24 bis 30 Stunden unterwegs, inklusive Umsteigen und Wartezeit. Ich habe einmal 32 Stunden gebraucht, weil ein Anschlussflug in Hongkong gestrichen wurde und ich die Nacht im Terminal verbracht habe – nicht die schönste Erfahrung, aber es gibt Schlimmeres. Wer den Jetlag abkürzen will, sollte den Zwischenstopp bewusst einplanen und ein bis zwei Nächte im Hub verbringen, statt durchzuhetzen.

Ist Urlaub auf den Fidschi-Inseln teuer?

Das kommt darauf an, wo Sie schlafen. Ehrlich gesagt, ist das die langweiligste, aber auch die ehrlichste Antwort. Ich habe auf derselben Reise Nächte in einem Bungalow für umgerechnet 40 Euro und in einem Resort für 350 Euro die Nacht verbracht. Beides auf Fidschi. Beides war in Ordnung.

Ist Urlaub auf den Fidschi-Inseln teuer?

Was kostet was?

Die Flüge sind der größte Posten. Mit guten Buchungszeitpunkten und etwas Flexibilität landen Sie bei 900 bis 1.400 Euro für einen Hin- und Rückflug ab Mitteleuropa. In der Hochsaison und bei kurzfristiger Buchung kann es deutlich teurer werden. Vor Ort sieht die Rechnung dann so aus:

Posten Günstig Gehoben
Unterkunft pro Nacht 35–70 € 200–500 €
Essen (lokal) 5–10 € –
Essen (Resort) – 40–80 €
Inlandsflug zu den Yasawas 80–150 € –
Fähre zu den Inseln 30–60 € –

Der Fiji-Dollar liegt grob bei der Hälfte eines Euro, was lokale Speisen, Busse und Taxis erstaunlich günstig macht. Ein Marktbesuch in Nadi mit frischem Obst und Fisch hat mich beim letzten Mal umgerechnet keine zwölf Euro gekostet. Resort-Preise sind dagegen auf mitteleuropäischem Niveau, teils darüber. Wer sparen will, sollte also unbedingt die Inseln wechseln und nicht die ganze Zeit im selben Hotel bleiben.

Sprache, Flagge, Alltag: was Sie vorher wissen sollten

Die Amtssprachen sind Fidschianisch, Fiji-Hindi und Englisch. Letzteres ist die Verkehrssprache und wird praktisch überall verstanden – gerade in touristischen Gebieten. Wer sich ein paar Wörter Fidschianisch aneignet, wird aber deutlich herzlicher aufgenommen. Das wichtigste Wort ist Bula, das so viel wie „Hallo", „Willkommen" und „Prost" gleichzeitig sein kann. Sie werden es ungefähr siebenundvierzig Mal am Tag hören.

Sprache, Flagge, Alltag: was Sie vorher wissen sollten

Was zeigt die Fidschi-Flagge?

Die Flagge zeigt ein hellblaues Tuch mit dem Union Jack oben links und dem Wappen rechts. Das hellblau symbolisiert den Pazifik, der Union Jack erinnert an die britische Kolonialzeit, aus der Fidschi 1970 unabhängig wurde. 2015 gab es tatsächlich Pläne, die Flagge zu ändern und den Union Jack zu entfernen – die wurden verworfen. Wer heute durch Suva läuft, sieht die alte Flagge also weiterhin an vielen Gebäuden.

Wann hin und was mitnehmen?

Mai bis Oktober ist Reisezeit. In diesen Monaten fällt weniger Regen, die Temperaturen liegen angenehm bei 22 bis 28 Grad, und die Luftfeuchtigkeit ist erträglich. Die Monate November bis April sind Zyklon-Saison – das ist keine Kleinigkeit. Ich hatte das Glück, nie in einen Sturm zu geraten, aber ich habe auf Viti Levu mit Leuten gesprochen, deren Resort drei Tage ohne Strom war. Wer in dieser Zeit reist, sollte flexibel sein und Reiserücktrittsversicherungen ernst nehmen.

Und dann wäre da noch die Sache mit dem Gepäck. Fidschi ist kein Ort, an dem man auf Vorrat packt. Leichte Baumwolle, Sonnenschutz mit LSF 50, ein paar vernünftige Wanderschuhe für die Inselwanderungen. Fertig. Alles andere kaufen Sie dort günstiger, als Sie es fliegen können.

Was am Ende bleibt

Fidschi ist kein Ziel, das man mal eben mitnimmt. Es ist weit, es ist teuer im Anflug, und es verlangt Geduld – vor allem im Flugzeug. Aber wenn Sie irgendwann an einem der kleinen Strände der Yasawa-Inseln stehen, das Wasser so klar ist, dass Sie die Füße noch in zwei Metern Tiefe erkennen, und irgendwo jemand „Bula" ruft, dann relativiert sich der ganze Aufwand. Für mich ist das der Punkt, an dem ich jedes Mal denke: gut, dass ich nicht doch in Portugal geblieben bin.